SS 06

02.05.06

Kiss Kiss Bang Bang

Auf der Flucht vor der Polizei landet Gauner Harry (Robert Downey Jr.) bei einem Vorsprechen. Woraufhin er sich prompt in Hollywood wieder findet. Dort soll er für seine Rolle Unterricht beim so souveränen wie schwulen Privatdetektiv Perry (Val Kilmer) erhalten, trifft auf die Möchtegerndarstellerin und Provinz-Jugendliebe Harmony (Michelle Monaghan), die wiederum der fiktive Romandetektiv Johnny Grossamer und seine toughen Thriller nach L.A. gelockt hat. Harry, Perry und Harmony verwickeln sich in einem Mordfall, in dem es irgendwie um Harmonys tote Schwester, eine „anhängliche“ Frauenleiche und die verschwundene Tochter eines reichen Klinikbesitzers und Ex-Schauspielers geht.
(USA 2005, 103 Min)

16.05.06

Hotel Rwanda

Ergreifendes Drama vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs und Genozids in Rwanda. Don Cheadle, Sophie Okonedo, Joaquin Phoenix und Nick Nolte in einem Film, der die wahre Kraft eines Einzelnen im Kampf gegen die erbarmungslose Brutalität gezielt geschürten Hasses zeigt. Am 7. April 1994 brach in Ruanda der Bürgerkrieg zwischen den regierenden Hutu-Milizen und den Rebellen der Tutsi aus. In nur 100 Tagen starben eine Millionen Menschen durch die Hand der Milizen, während die gesamte westliche Welt vor dem blutigsten Kapitel der jüngeren afrikanischen Geschichte die Augen verschloss. Hotel Rwanda ist die wahre Geschichte eines ganz gewöhnlichen Mannes, der beispiellose Zivilcourage bewies und über 1200 Menschen vor dem sicheren Tod rettete. Paul Rusesabagina (Don Cheadle) stellte sich couragiert gegen die Kräfte, die sein Land zu zerreißen drohten. Er öffnete seine Arme und fand einen Ort, an dem die Hoffnung überlebte.
(USA/Südafrika 2004, 121 Min)

30.05.06 „Kill Bill“-Double-Feature

Kill Bill I

Auch eine Profikillerin (Uma Thurman) verliebt sich gelegentlich, weshalb sie beschließt, aus dem Geschäft auszusteigen. So weit, so romantisch. Damit ist aber auch Schluss mit aller Sentimentalität, der Rest ist pure Aktion und Energie. Denn ihr Boss, der ominöse Bill (David Carradine), hält wenig von dieser Idee – und viel davon, sie, ihr ungeborenes Kind und ihre gesamte Familie am Tag ihrer Hochzeit aus dem Weg zu räumen. Doch die Profikillerin, schlicht und einfach „Die Braut“ genannt, überlebt und schwört, nachdem sie mehrere Jahre im Koma gelegen hat, blutige Rache. Weil die Braut eine Meisterin der Martial Arts war und ist, wimmelt es während ihres nun folgenden Rachefeldzugs nur so vor asiatischen Kampfsporteinlagen und Schwertkämpfen.
(USA 2003, 111 Min)

Kill Bill II

Filme, in denen der Titelheld gar nicht auftaucht, sind eher selten. Vom ominösen Bösewicht Bill ist aber im ersten Teil so gut wie nichts zu sehen – nur seine Hand taucht in einer frühen Einstellung mal kurz auf. Auch seine boshafte Stimme bekommt man ebenfalls nur kurzzeitig zu hören. In „Kill Bill Volume 2“ ändert sich das. Nachdem die Braut im ersten Teil mit O-Ren Ishii (Lucy Liu) und Vernita Green (Vivica A. Fox) bereits zwei Mitglieder des „Deadly Viper Assassination Squad“ erledigt hat, soll nun der Rest der Gruppe aus dem Weg geräumt werden. Als da wären: Elle Driver (Daryl Hannah), die kühle Blonde, die sich gern mal als Krankenschwester verkleidet, ihr Kollege Budd (Michael Madsen), und natürlich der Meister Bill (David Carradine) höchstpersönlich, der vormalige Boss und Geliebter der Braut.
(USA 2004, 136 Min)

13.06.06

Memento

Es ist schon erstaunlich, was so ein kleiner Trick ausmacht, den man zudem als Zuschauer schon nach höchstens fünf Minuten durchschaut hat: Ein Foto verblasst in der Hand des Mannes, bis es am Ende der ersten Szene schwarz ist wie seine Erinnerung. Ein Film wird rückwärts erzählt, Szene für Szene, nur in schwarzweißen Zwischenszenen wird chronologisch verfahren, und man fühlt sich gezwungen entweder das Kino zu verlassen, oder sich wirklich anzustrengen. Entspannung findet man in diesem Streifen nicht. Fast zwei Stunden lang muss man mitarbeiten, ist man niemals schlauer als der Held Leonard selbst. Leonard ist auf der Suche nach dem Mörder seiner Frau. Der Mord ist das Letzte, an das er sich noch erinnern kann – sein Kurzzeit-Gedächtnis funktioniert nicht mehr.
Zwei Personen scheinen ihm helfen zu wollen: Natalie (sexy as ever: Carrie-Anne Moss) und Teddy. Aber weder Leonard noch der Zuschauer weiß, wieweit man den beiden trauen kann. Hat Leonard seine Frau vielleicht selbst umgebracht? Die Story selbst ist banal. Interessant wird sie durch die ungewöhnliche Erzählweise und nur durch sie. Die Idee, das Ganze von hinten aufzurollen, ist das einzige, was man an diesem Film hervorragend und neu nennen kann.
Aber, und das ist das einzige was zählt, es ist hervorragend. Simpel und doch fesselnd. Zum Beispiel: Natalie kommt zur Tür herein, ist Gesicht ist grün und blau und ihre Lippe blutet. Was ist passiert? fragt Leonard. Fragt sich der Zuschauer. Natalie erzählt ihre Version der Geschichte. Sie führt zu einer Reaktion Leonards, die wir schon kennen. Aber sagt Natalie die Wahrheit? Wir werden es erst in der nächsten (vorherigen) Szene wissen.
(USA 2001, 113 Min)

27.06.06

Paradise Now

Khaled (Ali Suliman) und Said (Kais Nashef) sind auserwählt für ihr Volk zu sterben. Die zwei jungen Palästinenser sollen sich in Tel Aviv selbst in die Luft sprengen. Mit ihnen sollen so viele Israeliten wie möglich sterben. Den Tod fürchten sie nicht, denn nach dem erfolgreichen Selbstmordattentat ist ihnen der Eintritt ins Paradies versprochen. Den Abend vor der Tat verbringen die Männer zu Hause bei ihren Familien. Dass dies die letzte gemeinsame Zusammenkunft sein wird, dürfen sie ihren Lieben allerdings nicht verraten. Am nächsten Morgen werden Sprengstoffpakete und Zünder an Khaleds und Saids Körper geklebt. An der Grenze werden sie allein gelassen, erste Zweifel kommen in ihnen auf. Doch die Operation läuft schief, sie werden von einer israelischen Patrouille am Sicherheitszaun entdeckt. Khaleds und Saids Wege trennen sich, beide sind plötzlich ganz auf sich allein gestellt. Als sie in ihr Dorf zurückkehren, werden sie wegen des „Misserfolgs“ kritisiert und des Verrats verdächtigt. Trotzdem werden sie für einen weiteren Terroranschlag eingeplant. Mittlerweile hatten sie aber viel Zeit, ihr Vorhaben in Frage zu stellen. Reichen ihre Gründe für die palästinensische Sache zu töten und zu sterben, aus?
(Fra/Ger/Ned/Isr 2005, 90 Min)

11.07.06

Open-Air Projektor: Barfuß

Nick Keller (Til Schweiger) ist auf dem absteigenden Ast. Sein Chef hat ihn gerade gefeuert. Nur mit Ach und Krach verschafft ihm ein Beamter des Arbeitsamtes eine neue Stelle. Fortan muss er die Sanitäranlagen einer psychiatrischen Klinik sauber halten. Auf einer der Toiletten entdeckt er die junge Patientin Leila (Johanna Wokalek), die gerade dabei ist, sich zu erhängen. Gerade noch rechtzeitig verhindert Nick den Selbstmordversuch. Auf ihr Flehen hin, behält der gutmütige Lebensretter den Vorfall für sich. Das Mädchen soll nicht noch mehr Psychopharmaka schlucken müssen. Noch am selben Tag wird der chaotische Putzmann wegen einer Unachtsamkeit von der Klinikleitung entlassen. Auf dem Nachhauseweg folgt ihm Leila heimlich. Nachts taucht sie unvermittelt an der Tür des Junggesellen auf. Von diesem Moment an lässt sie sich nicht mehr abwimmeln. Nick ergibt sich schließlich ihrem kindlichen Charme und kümmert sich um die junge Frau. Mit seiner Unterstützung lernt Leila eine ihr bislang unbekannte Welt kennen, eine Welt außerhalb der Krankenhausmauern. Zwischen den beiden entsteht schnell mehr als nur eine außergewöhnliche Freundschaft.
(D 2005, 118 Min)