WS 05/06

25.10.05

Red Dragon

Als Sonderermittler Will Graham (Edward Norton) den Psychiater Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) als Berater für einen besonders schwierigen Fall konsultiert, wird ihm das fast zum Verhängnis. Denn als Graham dahinter kommt, dass der gebildete Feingeist höchst persönlich die spurlos Vermissten ermordet und verspeist hat, geht Dr. Lecter auch auf ihn los. Bei dem erbitterten Kampf kommt Graham nur sehr knapp mit dem Leben davon. „Hannibal, der Kannibale“ landet in Sicherheitsverwahrung, während Will Graham nach langem Krankenhausaufenthalt endgültig seinen Dienst quittiert.
Jahre später versetzt ein brutaler Serienmörder den Staat Florida in Angst und Schrecken. Bei Vollmond schlägt er zu, um ganze Familien bestialisch zu ermorden. Da er bei seinen Opfern stets die gleichen Bissspuren hinterlässt, wird er in Polizeikreisen nur „die Zahnfee“ genannt. Doch FBI-Chefermittler Jack Crawford (Harvey Keitel) kommt mit seinen Untersuchungen nicht recht voran. Ihm fehlt ein Mann mit Will Grahams Begabung, sich in die sinistren Gedankengänge psychopathischer Täter hineinversetzen zu können. In seiner Not versucht er, seinen früheren besten Mann für den Fall zu gewinnen. Aufnahmen der ermordeten Familien bewegen Graham dazu, als freier Berater in die Ermittlungen einzusteigen, schließlich hat er selbst auch Frau und Kind. Doch schon bald merkt Graham, dass er bei der Auslotung der Psyche des Mörders an seine eigenen Grenzen stößt. Er braucht die Hilfe seines ärgsten Widersachers: Dr. Hannibal Lecter. Mit der Aussicht auf eine Verbesserung seiner Haftbedingungen ködert er den gefährlichen Psychiater, nicht ahnend, dass Lecter immer noch ein Ass im Ärmel hat…
(USA/D 2002, 124 Min)

08.11.05

Lost in Translation

»Was machen sie hier?« »Ich drehe für 2 Millionen eine Whiskey-Werbung, während ich irgendwo Theater spielen könnte.«
An einer Hotelbar in Tokio lernen sich Bob (Bill Murray) und Charlotte (Scarlett Johansson) kennen. Der Schauspieler und die junge Ehefrau eines Fotografen wirken ziel- und lustlos und in der Metropole verloren. Gemeinsame Unternehmungen folgen, die eine tiefe Freundschaft zwischen beiden entstehen lassen.
Ruhig und unaufgeregt, wie schon in »Virgin Suicides« (nach der Romanvorlage von Jeffrey Eugenides), präsentiert Sofia Coppola auch ihren zweiten Film. Die Geschichte scheint völlig anders als in ihrem Erstling, dennoch stehen in beiden Werken die Motive Sehnsucht und Freundschaft stark im Vordergrund. Waren es im ersten Film die Lisbon-Töchter mit ihrer jugendlichen Sehnsucht nach Freiheit sowie die Jungs in ihrem Liebeseifer, die für beide Seiten die Grundlage zur Freundschaft bildeten, ist es auch für Charlotte und Bob ein gewisser Drang nach Freiheit, der beide einander näher kommen lässt. Raus aus der Enge des Hotels in die Casinos und Karaokebars Tokios treibt es sie abends, für die ansonsten der Hotelpool die einzige Abwechslung zur Hotelbar ist. Damit durchbrechen Bob und Charlotte die Abgeschirmtheit des Hotels und begegnen der ihnen bislang unbekannten Stadt. Der exzellente Soundtrack tut ein Übriges, um auch die Zuschauer manches subtil inszenierte Detail in dieser vermeintlich simplen Konstruktion entdecken zu lassen.
(USA/Japan 2003, 102 Min)

22.11.05

The Dish (OV)

Die Mondlandung sahen am 20. Juli 1969 rund 600 Millionen Menschen in aller Welt. Hätte die Medienlandschaft damals bereits so ausgesehen wie heute, wären für die Übertragungsrechte wohl Mondpreise fällig gewesen. Doch damals mußte man noch kein Premiere World haben um dieses große Ereignis verfolgen zu dürfen. Und daß ein Teleskop aus einem kleinen australischen Dorf die Signale von Apollo 11 empfangen und an die Fernsehsender weitergeleitet hat, das weiß vermutlich nicht jeder, und das ist eigentlich auch keine große Sache. Doch ganz anders sieht es für die Bewohner von Parkes aus. Der Bürgermeister freut sich schon auf einen kometenhaften Aufstieg, der Premierminister und der US-Botschafter kommen zu Besuch, kurz: Das ganze Dorf ist in Aufruhr. Derweil geht es in der Forschungsstation eher ruhig zu, nur der Abgesandte der NASA sorgt für kleine Störungen in der Harmonie.
Egal ob nun unter dem Teleskop oder im Dorf selbst, überall findet man hochgradig kauzige und sympathische Charaktere, die von glänzenden Darstellern ihr Wesen erhalten. Das ganze ist dann auch noch sorgfältig inszeniert, nur die titelgebende Schüssel selbst hätte man vielleicht nicht so oft von allen Seiten zeigen müssen und die Filmmusik schwillt dabei manchmal etwas zu pathetisch an. Doch selten gab es in letzter Zeit einen derart geistvollen und witzigen Film, der alle Sympathien sofort auf seine Seite zieht. Dem kann sich keiner erwehren, wenn er die herrlichen Bilder sieht und die Musik dazu hört. Erst recht nicht mehr, wenn die Figuren der Geschichte Leben einhauchen wie man es im Kino nur selten sieht. Absolut sehenswert!
(Australia 2000, 101 Min)

06.12.05 „Bourne“-Double-Feature

The Bourne Identity

Irgendwo auf dem Mittelmeer treibt ein Fischerboot im Sturm. Nicht weit davon schwimmt eine Leiche. Einmal geborgen entpuppt sich der vermeintlich Ertrunkene (Matt Damon) als lebendiger als erwartet. Innerhalb weniger Tage kommt er wieder zu Kräften, allein seine Erinnerungen an die Nacht, in der er ins Wasser fiel und in der ihm zweimal in den Rücken geschossen wurde, will nicht wiederkehren. Weil der einzige Hinweis auf die wahre Identität ein in den Oberschenkel eingepflanzter Lasercode für eine Schweizer Nummernkonto ist, begibt sich der Unbekannte direkt beim nächsten Landgang in die Schweiz.
Dort muss er feststellen, dass er Jason Bourne heißt und in Paris wohnt und jede Menge Geld auf seinem Konto hat. Merkwürdig ist allerdings, dass er auch noch weitere Identitäten vorfindet, jeweils mit Reispass, Führerschein usw. Jason beschließt, das Geld mitzunehmen und schleunigst wieder zu verschwinden. Doch so einfach ist das gar nicht, denn irgendwie muss eine Organisation im Hintergrund Jasons Bankbesuch mitbekommen haben, denn plötzlich wird er gejagt. Auf der Flucht nach Paris erhält er dann überraschende Unterstützung von Marie Kreutz (Franka Potente, siehe Foto), einer deutschen Studentin. Gemeinsam kommen sie der Wahrheit über die Bourne Identität gefährlich nahe…
(USA 2002, 119 Min)

The Bourne Supremacy

Zwei Jahre ist es her, seit der CIA-Agent Jason Bourne sein Gedächtnis verlor und zusammen mit seiner Freundin Marie seinen ehemaligen Auftraggebern entkommen konnte. Nie wieder wolle er mit der Welt der Geheimdienste in Berührung kommen. In Goa, Indien, so glaubt er, kann er endlich zur Ruhe kommen und sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit machen. Doch diese holt ihn schlagartig in Form eines russischen Auftragskillers wieder ein, der versucht Jason umzubringen. Bourne kann entkommen, doch der Preis für seine Flucht ist hoch. Aus dem Gejagten wird der Jäger und schon bald wünschen sich diverse Personen in der CIA und dem russischen Geheimdienst, die Akte Bourne wäre nicht wieder geöffnet worden.
(USA 2004, 108 Min)

20.12.05 – Weihnachtsprojektor

Feuerzangenbowle

Der erfolgreiche Schriftsteller Dr. Johannes Pfeiffer hat noch nie eine öffentliche Schule von Innen gesehen. Er wurde von Privatlehrern unterrichtet. Das er dadurch eventuell die schönste Zeit seiner Jugend verpasst hat, wird ihm bewusst, als er in gemütlicher Runde an den Schulerinnerungen seiner Freunde teilhaben kann. Doch es gibt nichts, was nicht noch nachgeholt werden kann, denkt sich Pfeiffer. Und so wird aus dem Schriftsteller kurzerhand der Primaner Pfeiffer, der in die Provinz aufbricht, um die Freuden der Schulzeit zu geniessen.


(D 1944, 134 Min)

17.01.06

Die letzten Tage der Sophie Scholl

Februar 1943: Bei einer Flugblatt-Aktion gegen die Nazi-Diktatur wird die junge Sophie Scholl zusammen mit ihrem Bruder Hans in der Münchner Universität verhaftet. Tagelange Verhöre bei der Gestapo entwickeln sich zu Psycho-Duellen zwischen der Studentin und dem Vernehmungsbeamten Robert Mohr.
Sophie kämpft zunächst um ihre Freiheit und um die ihres Bruders, stellt sich schließlich durch ihr Geständnis schützend vor die anderen Mitglieder der „Weißen Rose“ und schwört ihren Überzeugungen auch dann nicht ab, als sie dadurch ihr Leben retten könnte …
(D 2005, 117 Min)