WS 06/07

24.10.06

Sin City

Marv (MICKEY ROURKE) ist ein Ungetüm von Mann, ein Monster, ein Schläger, der keiner Auseinandersetzung aus dem Weg geht, der so unerbittlich ist wie seine eisenharten Fäuste. Freunde? Fehlanzeige. Feinde? Wer könnte sie jemals zählen? Weggefährten? Wenige, und auch dann nur temporär. Kurzum: Marv ist Sin Citys bester Bürger. Körperkontakt kennt er nur, wenn seine Pranken auf die Kinne, Mägen, Kehlköpfe seiner Kontrahenten treffen. Doch in dieser Nacht ist alles anders: Die bildschöne Goldie (JAIME KING) hat sich in seine kräftigen Arme geflüchtet. Ausgerechnet in Marvs Arme. Er kann sein Glück nicht fassen. In dieser einen Nacht erhält er all die Liebe, auf die er bislang immer verzichten musste, von einem Engel, einer Erscheinung. Am nächsten Morgen, als Marv mit schwerem Kopf neben ihr erwacht, ist Goldie tot – ermordet während er schlief, nur wenige Zentimeter von ihm entfernt. Es bleibt keine Zeit, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wer der Mörder gewesen sein könnte. Denn Marv ist klar, dass der Täter die Situation ausnutzt, um den Mord ihm in die Schuhe zu schieben. Erfüllt von unfassbarer Wut gelingt Marv in letzter Sekunde die Flucht vor der heraneilenden Polizei. Er findet kurz Unterschlupf bei seiner Bewährungshelferin, der Lesbierin Lucille (CARLA GUGINO), und eilt dann weiter, um denjenigen ausfindig zu machen, der ihn hintergehen wollte.
(USA 2005, 124 Min)

07.11.06

Der Pianist

Regisseur Roman Polanski („Ekel“, „Rosemaries Baby“, „Die neun Pforten“) kehrt in „Der Pianist“ in seine alte Heimat Polen zurück.
Warschau in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts:
Die jüdische Familie Szpilman erlebt den Einmarsch der Nazis, ahnt aber noch nicht, was dem bald folgen wird. Einer der Söhne der Familie, Wladyslaw, genannt Wladek (Adrien Brody), wird im Gegensatz zu seiner Familie davor bewahrt, in ein Vernichtungslager deportiert zu werden, da er gerade dabei ist, ein bedeutender Pianist zu werden. Es folgt eine vom polnischen Widerstand organisierte Odyssee durch das zerstörte Warschau. Ein deutscher Offizier (Thomas Kretschmann) entdeckt ihn schließlich, riskiert es aber, den Juden nicht an seine Landsleute auszuliefern…
Basierend auf der Bestseller-Autobiographie „Das wunderbare Überleben“ des erst im Jahr 2000 im Alter von 88 Jahren verstorbenen Konzertpianisten und Komponisten Wladyslaw Szpilman.
Roman Polanskis „Der Pianist“ wurde mit der Goldenen Palme der Filmfestspiele von Cannes 2002 ausgezeichnet.
(PL/D 2002, 150 Min)

21.11.06 „Österreich“-Double-Feature

Komm, süßer Tod

Auf den Straßen Wiens tobt ein erbitterter Kleinkrieg der örtlichen Rettungsdienste „Kreuzretter“ und „Rettungsbund“. Da kommt es dem Chef der Kreuzretter, Junior (Michael Schönborn), gerade recht, mit dem Rettungsfahrer Brenner (Josef Hader) einen Ex-Polizisten in seinen Reihen zu haben. Der will aber nur seine Ruhe haben. Doch als nach einem Doppelmord im Krankenhaus und der Erdrosselung seines Kollegen Piefke (Bernd Michael Lade) die Polizei im Dunkeln tappt und mit dem Sanitäter Lanz den Falschen verhaftet, macht er sich dessen Tochter Angelika (Nina Proll) zuliebe gemeinsam mit dem Zivi Berti (Simon Schwarz) an die Ermittlungen. Dabei stößt er auf ein Netz aus Intrigen, verdächtigen Unfällen, seltsamen Testamenten und überraschenden Querverbindungen, und er begegnet seiner alten Jugendliebe Klara (Barbara Rudnik) wieder.
(Österreich 2000, 107 Min)

Silentium

Nach „Komm, süßer Tod“ findet in SILENTIUM die Zusammenarbeit zwischen Wolfgang Murnberger, Josef Hader und Wolf Haas einen neuen Höhepunkt. Eine knallharte Krimigeschichte, reich an Wortwitz, Spannung und Ironie:
„Jetzt ist schon wieder was passiert. Diesmal in Salzburg. Der Schwiegersohn des Festspielpräsidenten ist tot. Angeblich Selbstmord.
Für die Kirche eine glückliche Fügung. Hat doch der Tote erst vor kurzem mit skandalträchtigen Erinnerungen an seine Jugend im Knabenkonvikt aufhorchen lassen.
Brenner hat andere Sorgen. Doch die attraktive Witwe des soeben Verblichenen macht ihm schöne Augen und ein finanziell verlockendes Angebot. Sie glaubt, dass ihr Mann ermordet wurde. Und Brenner soll es beweisen.
Ein Glück, dass ihm sein alter Freund Berti zu Hilfe kommt. Ihre Ermittlungen führen sie in die verschwiegene Welt des Konvikts und hinter die Kulissen der Festspiele. Brenner gerät unter Mordverdacht und kommt um ein Haar ums Leben.
Am Ende ist der Fall gelöst. Doch die Spitzen der Gesellschaft haben ihre eigene Auffassung vom Lauf der Gerechtigkeit…“
(Österreich 2004, 110 Min)

05.12.06

Per Anhalter durch die Galaxis

Keine Panik… halten Sie einfach den Daumen in den Wind, um den normalsten Menschen der Welt auf der außergewöhnlichsten Reise aller Zeiten zu begleiten: Jedermann Arthur Dent muss nicht nur miterleben, wie sein Haus platt gewalzt wird, er erfährt auch noch, dass sein bester Freund ein Außerirdischer ist und die Erde zerstört werden soll, um für eine neue Weltraumautobahn Platz zu machen. Als die Erde endet, beginnt Arthurs Abenteuer – in einem vorbeifliegenden Raumschiff, das ihn als Passagier aufnimmt. Schnell lernt er elementare Dinge, die er sich niemals hätte träumen lassen: Handtücher sind praktischer als man glaubt, der Sinn des Lebens ist ein Klacks. Und nur ein Buch ist wichtig: „Per Anhalter durch die Galaxis“. Endlich ist es so weit: Douglas Adams‘ zeitloser Kultroman „Per Anhalter durch die Galaxis“ wurde verfilmt – als überwältigendes Spektakel voller wahnwitziger Effekte, wilder Action, lustiger Sprüche und skurriler Abenteuer, die bereits Millionen von Lesern in ihren Bann schlugen. Hier werden sie auf eine Reise entführt, wie es sie in der Geschichte des Kinos noch nie gegeben hat.
(USA/UK 2005, 109 Min)

19.12.06 – Weihnachtsprojektor

Ray

Wäre das Leben nur die Summe seiner Bestandteile, dann würde sich die Lebensgeschichte von Ray Charles aus vielen Hochs und Tiefs in einer langen, preisgekrönten Musiker-Karriere zusammensetzen. Doch bei einem Mann, der wie kein zweiter seine Existenzkämpfe, seinen Schmerz und seine Blindheit miteinander verschmolzen hat und dem es gelang, unendlich viele Musikstile – darunter Jazz, Rhythm & Blues, Rock ’n‘ Roll, Gospel, Country & Western – in seiner Musik zusammenfließen zu lassen, wäre das viel zu wenig. Ray Charles‘ Leben war die spirituelle Reise eines einmaligen Genies, Visionärs und Künstlers, der – ganz en passant – der Welt eine neue Art zu Hören schenkte.
„Ray“ ist das erste musikalische Biopic-Epos, das die faszinierende Geschichte der amerikanischen Soul-Legende Ray Charles erzählt. Ganze 15 Jahre hat es gedauert, bis der Oscar-prämierte Regisseur Taylor Hackford („Ein Offizier und Gentleman“) diesen Film endlich auf die Leinwand bringen konnte. In der Titelrolle sehen wir den großartigen Charakterdarsteller Jamie Foxx („Collateral“) in einer unvergesslichen Performance.
Der Film ist das einfühlsame Portrait eines Mannes, der sich – arm, blind und hineingeboren in einen durch Rassendiskriminierung geprägten amerikanischen Süden – aufmachte, soziale und künstlerische Barrieren nieder zu brechen und dadurch auch Amerikas Musik für immer veränderte. Und es ist auch die ur-amerikanische Geschichte vom Kampf eines Mannes mit seinem eigenen Schicksal.
(USA 2004, 152 Min)

16.01.07

Inside Man

Sein Plan ist perfekt, davon ist der Bankräuber Dalton Russell (Clive Owen) überzeugt, und in der Tat verläuft alles so, wie er es sich vorgestellt hat: Zusammen mit drei weiteren Räubern überfällt der als Maler verkleidete Russell eine Bank, die er sehr sorgfältig ausgewählt hat, wobei sie mehrere Dutzend Geiseln nehmen. Als wenig später die Polizei den Tatort abriegelt, stellt sich der Verhandlungsführer Keith Frazier (Denzel Washington) zusammen mit seinem Kollegen Bill Mitchell (Chiwetel Ejiofor) Russells Bedingungen. Der will sowohl einen Bus, als auch ein vollgetanktes Flugzeug, scheint aber in keiner Eile, die Bank zu verlassen.


Als sich Bankdirektor Arthur Case (Christopher Plummer) und wenig später die zwielichtige Madeline White (Jodie Foster) in die Verhandlungen einschalten und Russell Unterstützung anbieten, wo die Stadt ansich klar der Anweisung Folge leistet, nicht auf die Bedingungen der Geiselnehmer einzugehen, dämmert es Frazier, dass Interessen gewahrt werden sollen, von denen er selbst zwar nicht die blasseste Ahnung hat, die aber Russell bekannt scheinen.
Während die Verhandlungsführer darauf setzen, den Geiselnehmer mürbe zu machen, sieht der in Frazier eine unerwartete Gefahr – der clevere Polizist könnte seinen perfekten Plan auf höchst unangenehme Weise durchkreuzen, und das ist ein Risiko, das Russell keinesfalls eingehen darf…
(USA 2006, 129 Min)

30.01.07

Motorcycle diaries (OV)

Im Jahr 1952, noch als Studenten, unternehmen Che Guevara (GAEL GARCÍA BERNAL) und Alberto Granado (RODRIGO DE LA SERNA) eine neunmonatige Reise durch halb Lateinamerika: Zuerst auf einem alten Norton-500 Motorrad, dann, als dieses seinen Geist aufgibt, zu Fuß, per Amazonas-Dampfer und auf den Ladeflächen unzähliger klappriger Lastwagen. Aus den unbesorgten Jünglingen, die sorglos in den Tag hineinleben und mit fantasievollen Abenteuergeschichten die lokalen Dorfschönheiten bezirzen, werden im Laufe der Reise nachdenkliche Männer, die am eigenen Leib die wahren Tragödien Lateinamerikas erfahren. Eine endlose Geschichte von Armut und Reichtum, Stolz und Tradition, Temperament und Lebensfreude, Unterdrückung und Ungerechtigkeit…
(USA/D/Chile/Peru 2004, 128 Min)